Untergehen ist das Eine, unter der Oberfläche bleiben das Andere. ;-)

Freitag, 20. Mai 2011

Abschlußbericht/Biertest – Hofbrauhaus zu Dresden


Gestern ist es mir gelungen noch zwei Flaschen von dem angepriesenen Kellerbier zu erhaschen. Im Edeka stehen sie scheinbar nur im Kühlfach, das meistens leer ist. Logisch. 10 Flaschen Bier in den Einkaufswagen (mit Lupe! *g*) zu stapeln geht schneller, als eine Flasche zu etikettieren und ihr ihr Mindesthaltbarkeitsdatum aufzustempeln. Wenn sich also kein Zwickel im Verkaufsraum befindet, muß man an der Info nachfragen. Lohnen tut sich das auf alle Fälle.

Vier weibliche Testpersonen, um das Bier zu prüfen, standen mir gestern zur Verfügung. Männer waren nicht zugelassen, um einen gewissen Qualitätsstandart zu wahren. Bekanntermaßen neigen sie dazu, sich alles schön zu trinken, oder besser, sich alles anzutun, um ein wenig Glück im Leben zu verspüren. Sei es beim Bier, oder bei Frauen. EINERLEI.

Yvonne und Peggy widmeten sich dem Pils. Egal, wo es herkommt oder, was es ist: Ihr Urteil ist wohlwollend. Es sei nicht sehr herb und durchaus trinkbar bis löblich. Die Flasche läge gut in der Hand und ihr auf 0,33l beschränkter Inhalt wäre durchaus frauenfreundlich.

Etwas anders äußerten sich Frau Rot-Weiß-Erfurt und CN Connie. Sie waren des Lobes voll. Süffig sei das Zwickel und ein rechtes Sommerbier. Kühl genossen sei es sehr erfrischend und die 0,5l Inhalt noch frauenfreundlicher als die 0,33l des Pils. Bemängelt wurde nur der geringe Alkoholgehalt, der mit 4,6 Prodingsda in die Hirnwindungen schießt, und damit um 0,3 weniger Prozentpunkte als beim Pils ausfällt. Was meines Erachtens aber ausreichend sein sollte.

So und nun kann mich der Laden mal ...

Donnerstag, 19. Mai 2011

Nachtrag Hofbrauhaus zu Dresden


Als erstes muß ich mich berichtigen: Die 0,33l Flaschen wie auf dem Photo gab es auch im Westen. Zwei der Flaschen habe ich nun erbeutet. Wie zu erwarten wurde es für das Hofbrauhaus abgefüllt. Da steht weiter drauf das es ein frischer Biergenuß aus Sachsen »nach Originalrezeptur« wäre. Was immer das auch bedeuten mag: Es wäre eine Dresdner Spezialität. Nun gut.


Aber jetzt wirds knifflig. Das ungefilterte Kellerbier mit der Bügelflasche wird ja auch angepriesen, aber es ist nirgends zu entdecken. Doch, am Infostand steht eine Palette mit Bierkästen. Darin sind Bügelflaschen mit einer trüben Flüssigkeit. Das Kellerbier? Aber auf den Kästen steht etwas von Altenmünster Brauer Bier und die Flaschen sind ohne Etikett. Merkwürdig. Die Frau vom Info-Stand verhält sich auch auffällig. Sie werkelt da hektisch vor sich her. Was macht die da bloß? Etiketten auf die Flaschen kleben? Die vom Dresdner Hofbrauhaus? Tatsächlich. Zu was soll das gut sein?

Naja, EINERLEI. Die trübe Brühe kaufe ich mir, wenn die Etikettiermaschine ihren Job erledigt hat. Das andere Bier verkosten heute meine Mädels. Ich selbst trinke ja kein Bier. Zumindest momentan nicht.

Mittwoch, 18. Mai 2011

Wer zu spät kommt, den bestraft die Kaufhalle

Ehrlich, der Laden geht mir langsam auf den Keks. Ich würde schon ganz gern mal wieder über etwas anderes berichten, als über den neueröffneten Edeka in Dresden-Cotta, aber irgendwie gelingt mir das noch nicht. Aber ich bin zuversichtlich. Jeder Laden geht früher oder später pleite, wird umbenannt, einer neuen Bestimmung zugeführt oder schlicht wieder abgerissen. Das schreibt zumindest das Wolfsgesetz des Kapitalismus und dessen Durchführungsbestimmung über die soziale Marktwirtschaft so vor. Da wird es für mich als Hofberichterstatter nicht langweilig, und zwischendurch bleibt noch Platz für das Eine oder Andere.


Hofberichterstatter ist ein gutes Stichwort. Damit wären wir beim Hofbrauhaus zu Dresden. Heute früh wollte ich dem Geheimnis, des in der Kaufhalle feilgebotenen, und letztens ausverkauften Bieres, auf den Grund gehen und so eine Buddel erbeuten. Schon am Fußgängerübergang an der Warthaer Straße hätte ich wieder umdrehen können. Der Typ vor mir entsprach vollkommen allen in meiner Erwartungsbibliothek vorhandenen Informationen über konsequente erfolglose Unterfangen. Sein Einkaufswagen stammt aus einer Zeit, wo er selbst wahrscheinlich noch als niedlich galt, und mit dem er zum Buddelkasten gezogen ist. Über die Jahre ist der Wagen dann sein einziger Begleiter, seine feste, rollende Größe auf seinem Lebensweg geblieben. Mit dem Teil hat er den Umzug vom Hotel Mutti in seine Junggesellenbude gemeistert und heute geht er damit einkaufen und sein Leergut wegschaffen. Die Beutel dazu sehen zwar aus, als wäre Karl der Große damit schon einkaufen gewesen, aber sie stammen aus der Zeit, als im Diska noch ein Plus Markt war. Ersteren gibts hier nun auch nicht mehr, also muß er in den Edeka. Auf dem Bild ist auch schön der unbedingte Reflex zu sehen, der passiert, wenn solche Mannen an einer roten Ampel, an der Kneipentheke oder an einer Haltestelle warten müssen: Wie unter Zwang wird eine Zigarette aus der Brusttasche herausgefummelt und angezündet. Die haben selbst auf T-Shirts, oder besser auf ihren Nickis, so eine unelegante Tasche, in die sie ihre Kippenschachtel reinquetschen können. Eine Ausnahme bilden ihre Feinrippunterhemden. Da werden die Zigaretten in der Turnhose versenkt oder in den Hosenbund geschoben.


Dann wird die sogenannte Wartepose eingenommen. In der linken Hand klebt die Kippe, und die rechte ruht auf dem Wichtigen im Leben – der ganze Körper signalisiert die Bereitschaft zum sofortigen Handeln. In dem Fall, das sofortige, zielgerichtete Überqueren der Straße. Ob ihm dies gelungen ist, weiß ich nicht. Meine Reaktion auf das Umschalten der Ampel erfolgte schneller, so daß ich ihn, ohne ihn umzuschubsen, überholen und ihm dabei meine Kippe vor die Füße schmeißen konnte.


Am Konsum-Tempel angelangt, mußte ich erstmal den neuen Schilderwald sichten. Das kann mitunter wichtig sein. Wenn zum Beispiel da steht: Wir räumen für sie um! Kann man getrost wieder umkehren oder den Rest der Tagesplanung ad Acta legen. Drin herrscht das Chaos, man findet nichts, und die Verkäuferinnen starren einen an, als würde man mit einer Schrotflinte bewaffnet Amok laufen. Vielleicht deshalb, weil sie selbst kurz davor sind. Wie dem auch sei. Post Modern scheint neue Briefkästen zu haben. Zumindest steht neben dem Hinweisschild einer. Die alten haben mir besser gefallen. Aber wie jeder Kunde, so weiß auch ich, daß es nicht nach mir geht.


Der Fehrmann-Bäcker bleibt also am Mittwoch und am Donnerstag geschlossen. Ob dies ein gutes oder schlechtes Zeichen ist, kann ich nicht beurteilen. Ich war bei ihm noch nicht einkaufen.


Er hat auch größeres vor, als kleine Brötchen zu backen. Das sieht mir nach einem Café aus, was auch Sonntags zu Kaffee und Kuchen einlädt. Das wird dem Café-West auf der Warthaer Straße nicht entgangen sein, denn es hat die Segel gestrichen und somit seinen Schankbetrieb für beendet erklärt. Am 21. und am 22. Mai wird dann die Eröffnungsparty des Hofbrauhaus-Fehrmann-Bäcker-Cafés zu Dresden sein. Sicher, wie beim Edeka, mit einer flotten Sause und einem erhöhten Maskottchenaufkommen. Ob Bernd das Brot sich dabei die Ehre geben wird, wage ich zu bezweifeln.


So so, ein netter kleiner Streik im Edeka-Lager. Da erkläre ich mich doch solidarisch. Schon deshalb, weil es nicht so schnell zu Fehlartikeln kommen wird. Die Regale sind bis zur Oberkante vollgeknallt und ich habe keine Ahnung, wer das alles kaufen soll. Falls doch etwas leergeräumt sein sollte – um die Ecke wartet schon der Kollege Lidl. Der hat seine Truppenteile fester im Griff oder unter der Knute. Dort wird garantiert nicht gestreikt, und so die kontinuierliche Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln gewährleistet.


Womit wir wieder beim Bier wären. Die Betonung liegt auf wären, denn ich sah nur zwei leere Kästen und ein Preisschild am Hofbraubrunnen. Aus dem Off hörte ich eine Stimme: Man hätte nicht mit so einem Ansturm auf das Bier gerechnet und es wäre, nach nicht mal einen Tag, schon wieder ausverkauft. Na toll! Der Mann an der Ampel ist vermutlich dafür verantwortlich. Ich hätte es wissen müssen.


Tatsächlich. Die Bierkühle ist gähnend leer. Aber wieso hat die Flasche darauf so einen komischen Verschluß? Das waren doch mal Kronenkorken und DDR-Pfandflaschen? Und wieso steht da Zwickel drauf? Ist das nicht ein schnelles Einfachbier? Was man fix braut, fix verkauft und fix wegschüttet?


Aus Recherchegründen werde ich den Edeka wohl noch einmal heimsuchen müssen. Womöglich brauen die hier wirklich selbst. Dem Kapitalisten ist ja alles zuzutrauen. Auch, daß er als Startkapital 20 leere Kästen sein Eigen nennt. Obwohl selbst die geleast sein können.



Unverrichteter Dinge verbleibe ich nun mit einem schicken Photo von der Startrampe zur Araltankstelle und einem von den modernisierten Abfahrtshinweisschildern. Bei letzterem haben die sich so eine Mühe gegeben, daß man direkt ein schlechtes Gewissen bei dem Gedanken bekommt, nicht die Autobahn und 5 Stunden Fahrt zu brauchen, um wieder nach Hause zu kommen.

Sonntag, 15. Mai 2011

Grundlagenforschung – Edeka/Hofbrauhaus


Laut Google-Statistik ist das Interesse – bundesweit – am neueröffneten EDEKA-Markt auf dem Gelände des ehemaligen Hofbrauhauses immer noch ungebrochen. Warum auch immer. Daher muß ich befürchten, daß sich ein Einkaufstourismus entwickeln wird, dem die Infrastruktur Dresden-Cottas nicht gewachsen ist, wenn der Anreisende sie nicht kennt, und sich nicht vorab über ihre Besonderheiten kundig macht. Sicher ist der moderne, motorisierte und in Einkaufsfragen bewanderte Globetrotter mit der neuesten Navigationstechnologie ausgerüstet, die es ihm ermöglicht den letzten Kiosk in jedem Dschungel dieser Welt zu finden, aber dieser Edeka steht nicht im Urwald, sondern in Cotta. Das ist definitiv etwas anderes.


Ein kleines Beispiel: Gibt man bei Google-Maps folgende Adresse ein: Cossebauder Straße, 01157 Dresden, landet man nicht am Lidl, sondern bei der Lebenshilfe e.V. auf der Cossebauder Straße in 01156 Dresden. Gut, das ist erstmal fast dasselbe, aber ich möchte nicht in einem Pflegeheim einkaufen. Korrekt ist also Bild 1. Nun wird sich dort der verdutzte Autofahrer fragen: Huch! Der Edekapfeil zeigt aber in den Lidl? Da will ich doch gar nicht hin! Diese Feststellung ist erstmal logisch und richtig. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder der Reisende gibt seine Edeka-Pläne auf und besucht den gewohnten Lidl, oder er läßt sich auf meine Anfahrtsskizze ein. Die dritte, empfohlene, Möglichkeit ist, einfach wieder nach Hause zu fahren. Der Lidl bietet zwar eine solide Grundversorgung und verfügt über ausreichend Parkraum, aber deswegen muß man nicht nach Cotta gurken. Und wer unbedingt in den Edeka will, kann das auch zu Hause tun. Ja – wird der unerschrockene, rüstige Rentner da rufen – aber zu Hause gibts im Edeka keine Lupe am Einkaufswagen! Da kann man ja das Kleingedruckte auf der Verpackung der Ware nicht erkennen und man weiß gar nicht, was man kauft! Da hat er Recht, der Rentner. Auf dem ersten, vergrößertem Blick. Auf dem zweiten, nachgedachten, muß er sich eingestehen, daß nur der Gott aller Lebensmittelchemiker weiß, was da alles reingerührt wurde.
Zurück zum Anfahrtsplan. Der sieht erstmal kompliziert aus.


Und er ist es auch. Den habe ich gestern Abend schnell zusammengezimmert. Da kommt es nicht auf Schönheit, sondern auf das Ankommen an. Egal. Fangen wir mit dem roten Punkt A an. Das ist die einzige Zufahrt zum Einkaufsparadies und sie ist nur links von der Hamburger Straße aus zu erreichen. Dies verdeutlicht die durchgezogene rote Linie vom Punkt 1 aus. Zumindest ist das die offizielle Variante. Der inoffizielle Schleichweg beginnt bei Bild 2.


Auf der Karte ist der Standort vermerkt, wo das Photo aufgenommen wurde, und der blaue Pfeil vermerkt dabei die Blickrichtung. Wir befinden uns also auf der Cossebauder Straße neben dem Lidl und blicken in Richtung Edeka. Gerade aus fahren geht zwar, aber vorn an der Kreuzung zwingt uns ein Pfeil rechts auf die Hamburger in Richtung Flügelwegbrücke und damit weg vom Edeka. Nun ist ein Zwingpfeil kein nicht zu bewältigendes Verkehrshindernis, aber ich rate dringend davon ab, ihn nicht zu beachten. Dresdens Straßenbahnfahrer sind harte Jungs und sie verstehen keinen Spaß, wenn man ihnen die Fahrt versperrt. Die drängeln einen in den Gegenverkehr, der oben von der Meißner Landstraße kommt. Dieser knallt einen dann bei Grün ungebremst in die Fahrerseite.
Aber es geht auch anders. Rauf auf den Lidl-Parkplatz und schnurstracks der rot gestrichelten Linie folgen. Das geht flink. Verkehrstechnisch herrscht da nicht die große Hektik, und man kann auch noch schnell auf der Sparkasse Geld holen oder seinen Glasmüll loswerden. Die grünen Punkte auf der Karte sind nämlich Wertstoffcontainer. Oben auf der Meißner Landstraße angelangt, drängelt man sich in die linke Geradeaus-Spur und biegt in die Aral-Tankstelle ein. Von dort führt die zweite, halboffizielle Einfahrt zur Kaufhalle ab.


Ist man noch auf der Meißner und sieht im Rückspiegel die Tankstelle, wie auf Bild 5, ist das auch kein Beinbruch. Man folgt jetzt der rot durchgezogenen Linie, die bei Punkt 2 beginnt.


Die beiden linken Fahrspuren führen am Edeka vorbei auf die Hamburger Straße. Dort wenden zu wollen kann man getrost vergessen. Mit etwas Mühe gelingt es einem auf der Bahnstraße, aber es geht viel einfacher. Man nutzt die rechte Fahrspur und biegt auf die Cossebauder Straße ab. Dort fährt man am Lidl vorbei (Bild 1) und biegt die nächste Straße links ab.


Das ist dann die Bahnstraße und von dort gehts weiter bis zur Hamburger Straße. Als Linksabbieger hat man hier etwas die Arschkarte gezogen. Am Besten ist es, wenn man beim Abbiegen auf die Hamburger sich in die linke Spur einfädelt und sich dann rechts reindrängelt.


Das muß zügig geschehen, sonst steht man vor der Aral-Tankstelle. Was auch nicht schlimm ist, kommt man von dort ja auch zum Edeka.

Die grünen Linien und Pfeile (B, C) zeigen die Ausfahrten bzw. die Fluchtrichtungen an. Das ist besonders Anfang Juni wichtig zu wissen. Da zelebrieren die Christen in Dresden ihren Kirchentag. Das hat mit dem Edeka nur dann etwas zu tun, wenn man weiß, daß die Anmeldungen zur Feierlichkeit von 3 auf 300.000 gestiegen ist, seit dem bekannt wurde, daß die Kaufhalle eröffnet wird. Diese hat übrigens von Montag bis Samstag, 7.00 Uhr bis 22.00 Uhr offen.

Was gibts noch zu sagen? Vielleicht, daß man dem Tankstellenpersonal freundlich zuwinken sollte, wenn man ohne zu tanken über ihr Grundstück brettert.

Freitag, 13. Mai 2011

Moderne Zeiten V - reloadet



So, den Mannen von Blogger, deren Server oder wer auch immer, hat meine schicke Flugmaus und die Illustration zu »Ungeschriebene Bücher«, 2006, Band 2, Seite 896, von Til van der Hasze, so gut gefallen, daß der Post zu Datenschrott geschreddert wurde. Da das aber meinen Interessen nicht dienlich sein kann, versuche ich es halt noch einmal. Enter und Ahoi!

Samstag, 7. Mai 2011

Quasselwaage

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Vorab: Man hört so gut wie nichts. Die Waage ist noch etwas schüchtern und spricht sehr leise. Deshalb habe ich es bei unseren ersten Date bei einem einfachen Wiegen belassen. Die muß erstmal mit ihrer neuen Umgebung warm werden, bevor ein sinnvolles Gespräch mit ihr möglich ist. Ich kann ja nicht mein Hörgerät auf volle Pulle stellen, denn das Gekreisch der Schnäppchenjäger ist so stark, daß es mir die komprimierte bunte Knete paralysieren würde. Einen Hirntod stelle ich mir schöner vor, und es wäre ein Treppenwitz in meiner Biographie, wenn ich mir den in einer Kaufhalle hole.

So, noch Wünsche? Den selbstgeschredderten Hackepeter gibts an der Fleischtheke für unschlagbare runde 2,50 Euro das Kilo. Ich kenne da eine Frau aus LE, die zieht glatt nach DD um, wenn die das hört. Oder verbringt ihren Urlaub hier. Im nächsten Winter. Neben dem Edeka, Richtung Aral-Tankstelle, ist noch genug Platz um ein Iglu zu bauen. Na, Peg, wie wäre es?

Witzig ist auch, daß die dort Bier von der Dresdner Hofbrauerei im Angebot haben. Das ist der Laden, der abgerissen wurde, um auf dessen Gelände den Edeka zu errichten. Wahrscheinlich haben sie beim Rückbau der Brauerei in deren Keller noch ein paar Kästen Bier gefunden. Zumindest lassen die guten 0,33l DDR-Pfandflaschen darauf schließen. Auf die Heimseite des channel666 mit seinem spektakulären Bierarchiv + Test kann ich im Moment nicht zugreifen, um Licht in das Dunkel dieser Phantombrauerei zu bekommen. Aber sicher weiß der Octa da mehr.

Der Ananas kostete übrigens rund 1,50 Euro. *g* Pro Stück natürlich.

Donnerstag, 5. Mai 2011

und Tschüs Lidl!


Heute stand »Besuch der Neueröffnung einer Kaufhalle« auf meinem Spielplan. Der EDEKA hat zur Offensive geladen. Ich dachte schon, die werden nie mit dem Neubau fertig. Vorher stand da das Hofbrauhaus zu Dresden-Cotta und dessen Abrißarbeiten gestalteten sich, gelinde gesagt, etwas sozialistisch. Ich habe keine Ahnung, was da für Truppenteile am Werk waren – wahrscheinlich die des Kombinates VEB »Roter Oktober« Werk IV –, die Planerfüllungsruhe hatten sie jedenfalls weg. Dann schien das beräumte Gelände ein Problem darzustellen – wieder tat sich nicht viel. Aber egal. Vom Planungsprozess habe ich ja keine Ahnung und warum Cotta einen neuen Einkaufstempel braucht auch nicht. Hier bekommt man ja automatisch einen Schufa-Eintrag vom Einwohnermeldeamt, wenn man nur seinen Wohnsitz in diesen Stadtteil verlegt. Ranking nennt man das wohl oder Hartz-9-Reservat.

Aber ich soll ja nicht immer nur meckern und auch mal das Gute an dieser Welt sehen. Was mir nicht gelingen wird, denn bevor die Sonne zur Supernova wird, bin ich schon längst gestorben. Nichtsdestotrotz latschte ich dann doch zum neuen Einkaufsparadies. Vielleicht, um mich über die vielen neuen Arbeitsplätze zu freuen, die so geschaffen wurden. Vielleicht sehe ich ja ein paar bekannte Gesichter aus dem DISKA – der abgespeckten Proletenvariante des EDEKA – der in der Nähe ganz überraschend geschlossen wurde wieder.

Von außen macht der Tempel einen ganz normalen Eindruck. Eine Palette mit Blumenerde, Blümchen – der ganze Kram eben, der vor Kaufhallen zu dieser Jahreszeit so rumliegt. Der Moderator von Radio Blau gehört normalerweise nicht dazu. Der stand auch und laberte und laberte einen ... Seine Aufgabe war, es die Schaulustigen zu vertreiben. In den Markt zu treiben. Was ihm auch gelungen ist.


Meine Flucht in das Einkaufstreiben wurde von zwei hübschen Maid am Eingang gestoppt. Die waren wild entschlossen allen Besuchern eine gelbe Begrüßungsrose in die Hand zu drücken, was auch vom Cottaer Bürger wohlwollend in Anspruch genommen wurde. Warum sie die in einen aufgeblasenen Luftballon verpackten, erschloß sich mir nicht. Wahrscheinlich wollten sie damit verhindern, daß der zu gewinnende Neukunde in die Blume beißt und sie aufißt, bevor er sich den Einkaufswagen vollknallt. Keine Ahnung.


Drin sah es dann auch aus, wie eben ein Kaufhalle von innen aussieht. Regale, Regale, Regale. Spektakulär ist da eher das Kundenwaschbecken. Ausprobiert habe ich es noch nicht. Wie auch? Meinen Duschschlauch hatte ich ja nicht mit. Das konnte ja keiner ahnen, daß EDEKA den Kundenservice so groß schreibt und in das Waschbecken passe ich nicht rein. Ich hätte mir höchstens die Füße waschen können, aber das hat vorige Woche der Pontifex Maximus schon getan.


Für einen Schwatz mit der Kontrollwaage hatte ich auch keine Zeit. Den werde ich nachholen. Nach dem Duschen beim Abtrocknen und dem Zehennägelschneiden. Eine Schere dafür werden sie sicher dort für mich haben. Interessant ist der Notausschalter direkt neben der Waage. Da haut man drauf, wenn der Rentner vor einem am quasseln ist. Das kann nämlich dauern und manch Gesprächsbedarf duldet keinen Aufschub. Der kann ja inzwischen sein Gebiss im Waschbecken spülen und putzen. Eine Ausleihzahnbürste werden sie ja für ihn da haben. Oder er dreht eine Runde durch den Markt und studiert das Kleingedruckte auf jeder Verpackung.


Mit Hilfe der Lupe am Einkaufswagen ist das kein Problem. Der Wagen selbst ist im dezenten schwarz gehalten und er liegt sehr gut in der Hand. Kurvenfahrten sind problemlos möglich und das Wenden des Wagens in voller Fahrt geht geschmeidig vonstatten. Auslösen kann man ihn mit einem 50 Cent Stück oder mit 1 und 2 Euro Münzen. Gehobene Preisklasse sozusagen. Die Karren am Lidl bekommt man inoffiziell auch mit einem 20 Cent Stück los.


Ob der Laden was taugt, klärt sich spätestens am Wodka Regal. Das ist gut sortiert und der gute polnische, der mit dem Büffelgras, fehlt auch nicht. Noch nicht. Früher, im Konsum war der stets ausverkauft. Möglicherweise, weil die Dienstzimmer der ARGE-West nur eine Etage höher sind. Aber mehr muß man nicht wissen, um zufrieden von dannen ziehen zu können, und ich betrachte somit meine Mission als beendet an.


Das Büro für ehemalige, erfolglose Marktleiter befindet sich 60m unterhalb der Einkaufsfläche und ist gut von oben einzusehen. Früher war das der Brunnen der Hofbrauerei und man hat diesen aus praktischen Erwägungen erhalten. Wenn man von einer durchschnittlichen Körpergröße von 1,80m ausgeht und einen Wohlfühlabstand vernachlässigt, passen da ca. 33 Versager rein.


Draußen dann das übliche Gedöns. Hüpfburg, Bratwurstbude und ein Moderator, der immer noch so aussieht, als würde er gerade aus der Kneipe kommen.


Als etwas unglücklich kann man das Parkverhalten dieser Verkaufsförderin bezeichnen. Aber wahrscheinlich ist das nur ein übler Trick und sie will ihr Caprizeug, was hinten kaum sichtbar aus dem Kofferraum lugt, alleine trinken.


Überdurchschnittlich war auch das Maskottchenaufkommen vor dem Markt. Was einen Menschen bewegt, um als Briefkasten durch die Gegend zu irren, weiß ich auch nicht. Wahrscheinlich ist es pure Geldgier. Vielleicht will er ja auch mal Post haben. Der kann gerne den Inhalt von meinem Briefkasten bekommen. Da sind eh nur böse Briefe drin.


Das ich von Frauen bestürmt werde, ist ja nichts Neues aber etwas überrascht war ich schon, als diese Schnecke Anlauf nahm. Ich bin der weiblichen Jugend ja auch dankbar, daß sie vor nichts zurückschreckt ...


... aber halte ich da eine Einladung in der Hand oder nicht? Egal, heute ist Donnerstag, da bin ich eh ausgebucht. Ich kann ja später auf ihr Ansinnen mal eingehen.


Ob die Cottaer Bürger mit ihrer Kaufkraft den Laden gewachsen sein werden, bleibt abzuwarten. Aber wenn alles zusammenbrechen sollte, kann man da drin auch prima Gotscha spielen. Oder etwas anderes.

Montag, 2. Mai 2011

Hausmitteilung – zum Dingsda


Man sieht sich im Leben immer zweimal. Das gilt scheinbar auch für alte Photos. Am 15.09.2001 wurde mir diese Aufnahme von meinem Brieffreund ***, Deckname Hodscha Ibn Al-Dschasiera zugespielt, und heute krame ich dieses Zeitdokument wieder heraus, weil ich es nun der Weltöffentlichkeit nicht mehr vorzuenthalten brauche. Der Knabe wurde eben einem US-amerikanischen Schnellgericht vorgestellt, und nach alttestamentarischen Grundsätzen seiner Strafe zugeführt.

So weit, so gut. Jetzt werden eben andere Dienstzimmer renoviert, und das Thema innere Sicherheit wird wieder eine Dunstglocke auch über deutschen Schreibtischen bilden. Warten wir ab, was passieren wird.

Sonntag, 1. Mai 2011

Hausmitteilung – zur Maifeierlichkeit


Auch in diesem Jahr ist es mir gelungen, durch mehrere Wirkungstreffer die linksautonome Häuserkampfbrigade Dresden-West bei ihrer traditionellen Maifeierlichkeit in die Flucht zu schlagen, und damit des Stadtkoboldes (Kampfname: Mauf!) Fuhrpark vor dem Abfackeln zu bewahren. Ruhm und Ehre der klassischen Gefechtsausbildung der bewaffneten Organe der DDR!

Hier noch ein Augenzeugenbericht von der leider erfolglosen Verfolgungsjagd:

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